AERZTE Steiermark 07 2025

58 ÆRZTE Steiermark || 07|2025 Der Normdatensatz: Ein Schlüssel für die zukunftssichere Praxisverwaltung Viele Ärztinnen und Ärzte berichten, dass der Übergang von einer Software zur anderen mit großen Problemen verbunden ist. Es brauche klare Standards, bei den Zertifizierungskriterien sollte die Möglichkeit eines reibungslosen Wechsels berücksichtigt werden, fordert die Kurie. In der modernen, digitalisierten Medizinlandschaft ist die reibungslose Verwaltung und der sichere Austausch von Patient:innendaten von essenzieller Bedeutung. Der sogenannte Normdatensatz spielt hierbei eine zentrale Rolle. Er sorgt dafür, dass medizinische Daten auch bei einem Wechsel der Praxissoftware oder im Falle einer Praxis- übergabe, beispielsweise durch Pensionierung, lückenlos und in hoher Qualität erhalten bleiben. Professor Dietmar Bayer, Obmann der Kurie Niedergelassen Ärzte, hebt hervor, dass der Normdatensatz nicht nur die Datenqualität sicherstellt, sondern auch langfristig Kosten spart, die sonst durch aufwendige Datenmigration oder Archivierung entstehen könnten. Dennoch zeigt die Erfahrung der Ärztekammer, dass es in der Praxis immer wieder zu Herausforderungen kommt: Viele Ärztinnen und Ärzte berichten, dass der Übergang von einer Software zur anderen mit großen Problemen verbunden ist. Häufig liegt dies daran, dass manche Softwareanbieter die Daten nicht in einem standardisierten, maschinenlesbaren Format zur Verfügung stellen. Dies führt nicht nur zu einem erhöhten Aufwand, sondern kann im schlimmsten Fall auch dazu führen, dass wichtige Patient:innendaten verloren gehen oder nur unvollständig übertragen werden. Herausfordernder Wechsel Immer wieder stellt sich die Situation so dar, dass die übergebende Firma keinerlei Interesse daran hat, sich an gesetzliche Vorgaben zu halten – dabei wäre gerade die Datenverfügbarkeit ein essenzieller Bestandteil der Servicequalität, die auch über laufende Gebühren mitfinanziert wird. „Ein Softwarewechsel ist für Ordinationen natürlich immer herausfordernd. Deshalb braucht es klare Standards: Bei den Zertifizierungskriterien sollte künftig auch die Möglichkeit eines reibungslosen Wechsels berücksichtigt werden“, betont Bayer. Umfrage geplant Um diese Problematik besser zu verstehen und gezielte Verbesserungen voranzutreiben, plant die Bundeskurie der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, in naher Zukunft eine Umfrage unter den Praxen durchzuführen. Ziel ist es, ein klareres Bild davon zu erhalten, wo genau die Schwachstellen liegen und wie der Normdatensatz 2, der bereits fertig entwickelt ist, noch besser auf die Bedürfnisse der Praxen abgestimmt werden kann. Lösung finden Alexander Moussa, Referent der Kassenärzt:innen in der Ärztekammer Steiermark, betont, dass es im Interesse aller Beteiligten ist, eine nachhaltige und zukunftssichere Lösung zu finden, die sowohl den rechtlichen Dokumentationspflichten gerecht wird, als auch den Arbeitsalltag der Ärztinnen und Ärzte erleichtert. Geplant ist zudem, Tools bereitzustellen, die mit minimalen oder gar keinen Kosten verbunden sind, um den Übergang zwischen verschiedenen Systemen so einfach und reibungslos wie möglich zu gestalten. Für Fragen und Probleme in diesem Zusammenhang steht die Kurie Niedergelassene Ärzte gerne zur Verfügung. Wir sind erreichbar unter ngl.aerzte@aekstmk.or.at NIEDERGELASSENE ÄRZTINNEN UND ÄRZTE „Ein Softwarewechsel ist für Ordinationen natürlich immer herausfordernd. Deshalb braucht es klare Standards: Bei den Zertifizierungskriterien muss künftig auch die Möglichkeit eines reibungslosen Wechsels berücksichtigt werden.“ Dietmar Bayer Kurienobmann Niedergelassene Ärzte Fotos: envato/AIBooth, Schiffer

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