NIEDERGELASSENE ÄRZTINNEN UND ÄRZTE ÆRZTE Steiermark || 07|2025 55 Zur Honorarvereinbarung für das Jahr 2025 fand nun die vierte Verhandlungsrunde zwischen der Ärztekammer Steiermark und der ÖGK, Landesstelle Steiermark, statt. Die Rahmenbedingungen waren herausfordernd. Die angespannte finanzielle Lage von Bund, Ländern, Gemeinden sowie der ÖGK selbst und 66 aktuell unbesetzte Kassenplanstellen in der Steiermark prägten die Ausgangssituation für die aktuelle Verhandlungsrunde zu den Tarifen. In dieser wurde das letzte Angebot der ÖGK vom 6. Dezember 2024 nur geringfügig angepasst – und das trotz wieder anziehender Inflationsrate. Eine Einigung war auf dieser Basis nicht möglich, erklärt Dietmar Bayer, Obmann der Kurie Niedergelassene Ärzte: „Das Angebot, das wir bekommen haben, ist einen Deut besser, aber noch immer nicht akzeptabel für die steirische Ärzteschaft. Wir sind schließlich Wirtschaftsbetriebe und Arbeitgeber:innen. Als ordentliche Kaufleute müssen wir dafür sorgen, dass unsere Betriebe wachsen und prosperieren und das ist mit dem aktuellen Angebot nicht stemmbar.“ Für den Sommer habe man Gespräche auf Büroebene vereinbart, um doch noch zu einem akzeptablen Ergebnis zu kommen. Parallel dazu werde auch der Honorarautomatikfaktor für die Steiermark publiziert, verweist der Kurienobmann auf diese wesentliche Grundlage für das Verhandlungsergebnis. Weitere Schritte Wie die Außentemperaturen seien auch die Diskussionen hitzig gewesen, unterstreicht auch Alexander Moussa, Referent für Kassenärzt:innen in der Ärztekammer Steiermark: „Es wurden intensiv Argumente ausgetauscht, insbesondere auch wie die Kommunikation mit den Vertragspartner:innen passiert. Wir stehen immer für konstruktive Vorschläge und Innovationen zur Verfügung und haben festgehalten, dass wir uns im September wiedertreffen werden und diese Gespräche auf die Ergebnisse der folgenden Workshops aufbauen. Es werden weitere Schritte gesetzt, aber wir werden nicht davon abrücken, dass ein Vertragsabschluss in adäquater Höhe unter Valorisierung und Ausgleich der Inflation elementar und wichtig für unsere steirischen Kassenärzt:innen ist. Nur so können sie ihre Betriebe sicher in die Zukunft führen.“ Frequenzrisiko Ein wesentlicher Knackpunkt bleibt außerdem die geplante Übertragung des Frequenzrisikos auf die Ärztinnen und Ärzte – eine Forderung, die die Kurie klar ablehnt, auch in Teilbereichen. Dennoch wurde von allen erneut die Bereitschaft betont, an einer tragfähigen Lösung für 2025 zu arbeiten. Gudrun Zweiker, Kurienobmann-Stellvertreterin: „Wir haben natürlich auch die Briefe der ÖGK an die niedergelassenen Ärzt:innen angesprochen, aber im Zentrum steht: Wir sind im Gespräch und das stimmt mich positiv.“ Der zweite KurienobmannStellvertreter Christian Lickl ergänzt: „Als Wahlärzt:innen wollen wir und können wir uns einbringen. Wir stellen eine große strategische Reserve dar, die in schwierigen Zeiten gerne unterstützt.“ In den Verhandlungen wurde seitens der Kurie wiederholt Gesprächsbereitschaft in Bezug auf strukturelle Verbesserungen und Innovationen sowie Maßnahmen zur Patientenlenkung und Spitalsentlastung signalisiert. In den Sommermonaten werden nun weitere Arbeitssitzungen auf Fachebene stattfinden. Der nächste reguläre Verhandlungstermin ist abhängig von den Ergebnissen dieser Workshops und für Ende September 2025 eingeplant. Heiße Diskussionen in vierter Verhandlungsrunde mit ÖGK „Wir werden nicht davon abrücken, dass ein Vertragsabschluss in adäquater Höhe unter Valorisierung und Ausgleich der Inflation elementar und wichtig für unsere steirischen Kassenärzt:innen ist.“ Alexander Moussa Referent für Kassenärzt:innen „Das Angebot, das wir bekommen haben, ist einen Deut besser, aber noch immer nicht akzeptabel für die steirische Ärzteschaft.“ Dietmar Bayer Kurienobmann Niedergelassene Ärzte Fotos: Schiffer, Stefan Seelig
RkJQdWJsaXNoZXIy Mjg3NzQ1MQ==