30 ÆRZTE Steiermark || 07|2025 GERNE ARZT IN DER STEIERMARK Auf Philipp Kahl trifft das Motto der Serie „Gerne Arzt“ gleich in mehrfacher Weise zu: Er ist nicht nur leidenschaftlich engagierter Kinderarzt, sondern er hat in 6 Jahren gleich zwei gut vernetze Praxen aufgebaut - zuerst in Hartberg und dann in Gleisdorf. „Der Begriff Ordination wirkt befremdlich auf mich“, so Kahl, „in Deutschland, wo ich meine komplette Facharzt-Ausbildung absolviert habe, kennt man das Wort nicht - und es geht ja um die Praxis“. Schnurstracks ins Fach Dass Kinderarzt ein guter Beruf für ihn wäre, hat der aus Brixen stammende Kahl schon in der Schule entschieden: Mit einer gewissen Leichtigkeit und viel Humor ge s egne t fand er, das seien gute Vo r a u s - setzungen, um mit Kindern zu arbeiten und entschied das Medizinstudium in Innsbruck zu beginnen, später wechselte er nach Wien. Weil ihm von Anfang an das Kinder-Fach vor Augen stand, sah er in 3 Jahren Turnus in Österreich keine Option für sich und ging nach Thüringen, Köln und insbesondere ins ostbayrische Amberg, um dort direkt in die Facharztausbildung zu kommen. Amberg ist ein Perinatalzentrum Level 1 – Kahl genoss also eine sehr gute Ausbildung und blieb für 7 Jahre, 4 davon auf der Neonatologie und Kinder-Intensivstation. Da Südtirol im Ausland Auszubildende mit Stipendien unterstützt, musste Kahl aber für 2 Jahre nach Hause zurück, um dort im öffentlichen Gesundheitswesen seine Leistungspflicht zu absolvieren: „Ich finde das aber eine sehr gute Lösung. Jetzt überlegt man sich so eine Verpflichtung ja auch hier. Südtirol hat das schon seit vielen Jahren gemacht. Wenn die Politik fachärztliche Ausbildung junger Menschen unterstützt, dann soll das auch in geeigneter Weise zurück ins Land fließen“, so Kahl, der sich nach 2,5 Jahren Oberarzt auf Pädiatrie und Neonatologie in Graz auch als Kinderkardiologe ausbilden ließ. Von der Klinik nach Hartberg „Zwischen 2014 und 2017 war ich dann als Oberarzt auf der Kinderklinik Graz, durfte Kardiologie und Intensivstation kennenlernen, die Notfallambulanz und die aktiven Nachtdienste. Dann habe ich die freie Kassenstelle in Hartberg angenommen“, so Kahl. „Allerdings musste ich die Praxis in Hartberg völlig neu aufbauen: Es gab kein Personal, die Infrastruktur war veraltet, kein Netzwerk zu übernehmen, weil die Stelle sehr lange unbesetzt war.“ Also krempelte Kahl die Ärmel auf und baute in einem neu errichteten Lokal einen Standort nach seinen Vorstellungen auf – eine Herausforderung. „Am Anfang hatte ich 4 bis 10 Patienten pro Tag“, so Kahl, „zeitgleich arbeitete ich im Neugeborenenzimmer des hiesigen Spitals. Es sind doch gar nicht so wenige, die lieber zu einem Kinderarzt gehen, den sie schon auf der Geburtenstation gesehen haben“. Im Herbst 2020 stand der nächste Wechsel an: Kahl GERNE ÄRZTIN/ARZT IN DER STEIERMARK Es ist nicht alles gut. Aber es ist so vieles gut, dass Ärztinnen und Ärzte in der Steiermark das gerne sind. Hier sagen sie, warum und zeigen ihr Gesicht. 2 Praxen auf einen Streich „In der Praxis achte ich darauf, nicht mehr als maximal 50 Patienten pro Tag zu behandeln.“ Philipp Kahl Philipp Kahl: „Ich habe den Eindruck, dass viele Kinder hierzulande übertherapiert aber unterdiagnostiziert sind, also nehme ich mir Zeit, jeden Fall genau ins Auge zu fassen.“ Foto: KK
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