lose und Kinderlähmung gibt es viele Fälle von HIV, Verletzungen, Schlangenbisse und auch alle anderen Beschwerden von Bluthochdruck über Zucker bis zu Krebs. Frauengesundheit Der große Fokus der medizinischen Versorgung der Missionarsärztlichen Schwestern liegt aber auf der Frauengesundheit. Geburtshilfliche Leistungen sind sehr gefragt, weil die Frauen viele Kinder bekommen. „Die Menschen hier in Ghana bauen auch erst viel später eine Bindung zu ihren Kindern auf – es macht einen Unterschied, ob ein Kind bei der Geburt stirbt oder im Alter von 3 oder 4 Jahren. Die Trauer der Angehörigen ist dann fast nicht auszuhalten“, so Grießler. Fortschritt spendenabhängig Mit dem Aufbau des Krankenhauses in Ghana ist bessere Hilfe in Sicht. Mittlerweile gibt es einen Notfallbereich, einen Kreißsaal und einen OP für Kaiserschnitte. Es gebe auch ein Röntgengerät, alleine die Stromversorgung scheitert noch an der fehlenden Photovoltaikanlage. Daneben existieren Ambulanzräume und eine Apotheke. Einige Bettentrakte fehlen noch. Das liegt in erster Linie am fehlenden Geld. „Es wäre fein, wenn das Krankenhaus Ende 2027 fertig wäre“, so Grießler, „aber das ist spendenabhängig. Und ein wichtiger Faktor ist noch das Personalhaus für die Ärzt:innen, denn die wollen nicht in den angemieteten Lehmhütten wohnen“, schmunzelt sie. Spenden kann man über „Jugend eine Welt“, in dessen Vorstand Grießler letzten Herbst gewählt wurde. Mit lokalen Strukturen Viele Arbeiten vor Ort werden von Einheimischen übernommen, damit das Projekt auch noch existiert, wenn sich die Organisationen zurückziehen. Vom Bau – sogar die Ziegel werden vor Ort gebrannt – bis zum eigentlich Krankenhausbetrieb wird immer mit lokalen Strukturen gearbeitet. In Ghana selbst besteht eine gute Kooperation mit dem Staat. Wenn das Krankenhaus steht, zahlt dieser einiges an Personalkosten. Ein Krankenhaus bedeutet für die ganze Region wirtschaftlichen Aufschwung. „Zuerst steht oft eine Hütte davor, die Getränke anbietet, dann kocht eine Frau Reis, irgendwann wird eine Tankstelle in der Nähe gebaut, es gibt mehr Schulen – so werden Arbeitsplätze geschaffen. Prägende Erfahrungen „So voll ausgeprägte Krankheitsbilder wie in Ghana bekommt man bei uns nicht zu sehen. Diese Erfahrung und zu erleben, was der Mensch aushält, bringt auch für den Arbeitsalltag in Mariazell Sicherheit und Vertrauen. Und man lernt in Afrika zu improvisieren. Das kann nie schaden, wenn es einmal zu Notsituationen kommt.“ Wer nun neugierig geworden ist und auch aktiv werden will, dem hilft Magdalena Grießler gerne, Kontakt herzustellen. Die Erfahrung, einmal an einem Projekt wie diesem mitzuarbeiten, kann sie jedenfalls nur jedem und jeder ans Herz legen: „Einerseits, weil man sehr viel über sich und fürs restliche Arbeitsleben lernt und andererseits, weil es so wunderschön ist, helfen zu können.“ ÄRZTIN IM BESONDEREN DIENST Fotos: Jugend Eine Welt ÆRZTE Steiermark || 07|2025 29
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