AERZTE Steiermark 07 2025

16 ÆRZTE Steiermark || 07|2025 NOTFALLMEDIZIN Die 2-jährige, strukturierte Ausbildung richtet sich an approbierte Ärzt:innen, insbesondere aus der Allgemeinmedizin, der Inneren Medizin, der Anästhesie sowie anderen Fachrichtungen, und qualifiziert sie gezielt für den Einsatz in einer Notfallabteilung. So wird die professionelle Versorgung von Patient:innen in kritischen Situationen auf ein neues Niveau gehoben. „Damit ist es uns gelungen, nicht nur entsprechende Karrieremodelle entwickeln zu können und langfristige Arbeitsplätze zu sichern, sondern vor allem auch die Qualität der Betreuung aller Menschen mit medizinischen Notfällen langfristig zu garantieren und zu verankern“, freut sich Harald Herkner, Präsident der Österreichische Gesellschaft für Notfallmedizin. „Nun wird ein zentraler Versorgungsbereich im Krankenhaus endlich auch in der Ausbildung entsprechend abgebildet“, sagt Martin Dünser, Leiter der Sektion Notfallmedizin der Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin. „Gerade in Zeiten, in denen die Krankenhauslandschaft notwendige Strukturveränderungen durchläuft, ist die Akut- und Notfallversorgung von Patient:innen elementar wichtig und sicherzustellen. Die Spezialisierung in innerklinischer Akut- und Notfallmedizin wird dazu beitragen, ärztliche Kompetenz aus unterschiedlichen Sonderfächern zum Wohle der Patient:innen zu fokussieren“, betont Paul Zajic, Referent für Notfall- und Rettungsdienste sowie Katastrophenmedizin in der Ärztekammer Steiermark. Strukturierte Ausbildung Bisher lag der Fokus in der Notfallmedizin in Österreich stark auf der prähospitalen Versorgung. Nun wird auch die innerklinische Akut- und Notfallmedizin durch eine strukturierte 24-monatige Zusatzausbildung gestärkt. Ärzt:innen mit abgeschlossenem Jus practicandi oder Facharztdiplom und gültigem Notarztdiplom können sich künftig auf diesem Gebiet spezialisieren. Dabei werden praktische Tätigkeiten in zentralen Notaufnahmen und notfallexponierten Krankenhauseinrichtungen miteinbezogen. Perspektiven für Junge Speziell für die jungen Fachärzt:innen aus der Anästhesiologie und Intensivmedizin eröffnen sich durch diese Spezialisierung neue Chancen: Denn ein großer Teil der Ärzt:innen, welche die Facharztausbildung für Anästhesiologie und Intensivmedizin beginnen, hat ein großes Interesse an der Notfallmedizin. „Anästhesie, Intensivmedizin und Notfallmedizin sind eng miteinander verbunden. Die neue Ausbildung bietet eine ideale Möglichkeit, in diese Richtung weiterzugehen“, betont Dünser. Übergangsregelung Um einen reibungslosen Start zu ermöglichen, gibt es auch eine Übergangsregelung: Ärzt:innen können die Spezialisierung online direkt bei der ÖÄK unter www.aerztekammer. at/spezialisierungen beantragen, wenn sie gewisse Voraussetzungen erfüllen. Nachzuweisen sind für den Antrag im Rahmen der Übergangsbestimmungen eine 3-jährige Tätigkeit als Ärzt:in für Allgemeinmedizin oder Fachärzt:in an einer innerklinischen Notfalleinrichtung (z. B. zentrale Notfallambulanz, Notaufnahme, Abteilung für Notfallmedizin oder ZAE), die mit der Behandlung von medizinischen Notfällen und akuten Erkrankungen betraut ist, im Zeitraum von 1.6.2015 bis 1.6.2025. Ausschließlich präklinische notärztliche Tätigkeit als Notärztin/Notarzt oder Zeiten der Ausbildung sind hierauf nicht anrechenbar. Weiters sind nachzuweisen der Erwerb der Spezialisierungsinhalte und ein gültiges Notarztdiplom. Nähere Informationen dazu gibt es auch in den FAQs zu Spezialisierungen auf der Homepage der ÖÄK. Die Spezialisierung basiert übrigens auf einem interdisziplinären Verständnis von Notfallmedizin. Sie richtet sich nicht nur an Anästhesist:innen, sondern steht Ärzt:innen nahezu aller klinisch tätigen Fächer offen. Diese Vielfalt ist bewusst gewählt: Die Notfallmedizin lebt vom Zusammenspiel unterschiedlicher Fachrichtungen. Und davon profitieren letztlich vor allem die Patient:innen. Neue Spezialisierung zur innerklinischen Akut- und Notfallmedizin Ein Meilenstein in der Patientenversorgung und der ärztlichen Ausbildung: Österreich erhält eine neue Spezialisierung zur Klinischen Akut- und Notfallmedizin. Das eröffnet auch neue Perspektiven für junge (Fach-)Ärzt:innen. „Gerade in Zeiten, in denen die Krankenhauslandschaft notwendige Strukturveränderungen durchläuft, ist die Akut- und Notfallversorgung von Patient:innen elementar wichtig und sicherzustellen.“ Paul Zajic Referent für Notfall- und Rettungsdienste Foto: Furgler

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