14 ÆRZTE Steiermark || 07|2025 KOOPERATION Harnsteine zählen zu den häufigsten urologischen Krankheitsbildern – und bergen für die Forschung bislang kaum genutztes Potenzial. Eine außergewöhnliche Kooperation zwischen der Abteilung für Urologie des LKH Hochsteiermark am Standort Leoben und dem Department für Werkstoffwissenschaften der Montanuniversität Leoben rückt nun die strukturellen und mechanischen Eigenschaften dieser Steine in den Fokus. Medizin trifft Materialwissenschaft Stefan Heidler, Privatdozent am LKH Hochsteiermark, und Daniel Kiener, Professor an der Montanuniversität Leoben, verbinden medizinisches Know-how mit hochspezialisierter Materialanalytik. „Die Kombination von medizinischem Fachwissen und den Methoden der Werkstoffwissenschaften eröffnet uns völlig neue Perspektiven“, erklärt Heidler. „Dadurch können wir Harnsteine aus einem neuen Blickwinkel betrachten“. Ziel der Forschung ist es, Grundlagen für neue Therapieansätze und technologische Entwicklungen zu schaffen. Überraschende Resultate Im Rahmen der Studie werden Harnsteine, die bei endoskopischen Eingriffen entfernt wurden, am Lehrstuhl für Materialphysik der Montanuniversität systematisch untersucht. Neben strukturellen Analysen mittels hochauflösender Mikroskopie kommt auch der sogenannte Vickers-Härtetest zum Einsatz, bei dem ein Diamantkörper in den Stein gedrückt wird. Das Ergebnis: Die Härtewerte der häufigsten Harnsteine Hart wie Titan: Neue Ansätze in der Harnsteinforschung In einer interdisziplinären Zusammenarbeit untersuchen das LKH Hochsteiermark und die Montanuniversität Leoben die mechanischen Eigenschaften von Harnsteinen – mit dem Ziel, innovative Diagnose- und Therapieverfahren zu entwickeln. Fotos: LKH Hochsteiermark „Die ersten gewonnenen Daten haben bereits internationales Interesse geweckt.“ Stefan Heidler Roland Griebl (Vertriebsleiter Österreich Richard Wolf GmbH), Georg Gotschuli (Institut für Radiologie und Nuklearmedizin, LKH Hochsteiermark), Gerhard Posch (Abteilung für Urologie, LKH Hochsteiermark), Stefan Heidler (Abteilung für Urologie, LKH Hochsteiermark), Daniel Kiener (Department Materials Science, Montanuniversität Leoben) und Thomas Alber (Vorstand der Abteilung für Urologie, LKH Hochsteiermark), v. l.
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