medizinerin mit Psydiplom war, und genoss eine exzellente Ausbildung in Kinder- und Jugendpsychiatrie, die sehr multidisziplinär ausgerichtet war, und eröffnete ihre Wahlarztordination 2016 im heimatlichen Leibnitz. 2017 trat das Hilfswerk Steiermark an sie mit der Bitte heran, die im Aufbau befindliche Beratungsstelle in Feldbach kinder- und jugendpsychiatrisch zu betreuen, weil die Südoststeiermark diesbezüglich stark unterversorgt war. Klare Sprache und hilfreiche Struktur Ihre bereits im Rahmen der Studienwahl deutliche Neigung in Richtung strukturierter Klarheit kommt Kopp nun auch als Kinder- und Jugendpsychiaterin zugute. Schon in Klagenfurt hatte sie sich viel mit Autismus und ADHS beschäftigt und führt dies nun fort. Ganz Medizinerin legt Kopp viel Wert auf eine gute Diagnostik, so hat das Zentrum im Feldbach einen Schwerpunkt daraufhin gelegt. Denn Behandlung ohne klare Diagnose, wie sie zum Teil in der Psychologie gepflogen wurde, kommt für Kopp nicht in Frage. „Wir haben sehr komplexe Fälle in unserem Zentrum“, erzählt sie, „daher legen wir viel Wert auf interdisziplinäre Zusammenarbeit und bieten den Eltern hier eine Art One-Stop-Shop an. Denn die Kinder und Jugendlichen – gerade wenn es um Autismus oder ADHS geht – brauchen Unterstützung in vielen verschiedenen Bereichen. Und viele Eltern wären überfordert, wenn sie das alleine organisieren müssten.“ Auch sehr wichtig ist die Kooperation mit der kinder- und Jugendhilfe. In der Arbeit mit Eltern setzt Kopp voll auf Prävention: „Wenn man schon in der Schwangerschaft lernt, was Bindung ist und wie wichtig sie ist, dann zeigt sich deutlich, dass es deutlich weniger Probleme gibt, wenn das Baby bzw. Kind dann da ist. Das ist durch Studien eindeutig belegt.“ Nicht nein sagen trauen Wenn ein Fünfjähriger seine Eltern fortwährend schlägt und beißt, ist das natürlich besorgniserregend: Das Kind zeigt ein gestörtes Verhalten. „Im G e s p r ä c h mit den Eltern wird dann aber rasch deutlich, dass sie gedacht haben, geg e n ü b e r dem Kind darf es niemals ein Nein geben“, so Kopp. „Kinder brauchen aber Grenzen. Sie brauchen Struktur. Da ist es wichtig aufklärend anzusetzen – und zwar möglichst früh. Deshalb ist mir die Prävention so wichtig. Am liebsten wäre mir, wenn das schon in den Mutter- bzw. Eltern-Kind-Pass integriert wäre.“ Denn manche Eltern wären bezüglich ihrer Kinder schon fast in einer Art Negativ-Trance, so die Kinder- und Jugendpsychiaterin, „manche können, wenn man sie fragt, gar nichts Positives an ihrem Kind finden.“ Das Beste aus beiden Welten So arbeitet Kopp an zwei Nachmittagen pro Woche in ihrer Praxis und die restliche Zeit im Zentrum im Feldbach. Die Praxis gibt Kopp die Möglichkeit, sich flexibel Freiräume für die Work-Life-Balance zu verschaffen und die klassische Arzt-Patient-Beziehung zu pflegen. Im Zentrum dominiert die interdisziplinäre und vernetzte Arbeit. So genießt Kopp die Benefits aus beiden Settings. „Wobei ich schon anmerken muss: Ohne die Unterstützung meines Mannes und meiner Familie wäre dieses Arbeitspensum nicht möglich“. Fotos: KK, barefoot photography Ærzte Steiermark || 06|2024 15 Ärztin im besonderen dienst Daisy arbeitet im Gruppen- und im Einzelsetting.
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