AERZTE Steiermark | Juni 2018
34 ÆRZTE Steiermark || 06|2018 Fotos: Kanizaj, Creativ Collection FORSCHUNG STEIERMARK MEDIA BASED MEDICINE Immunschwacher Graukopf? Forscher des US-amerikanischen NIH und der Universität von Alabama in Birmingham fanden eine genetische Verbindung zwischen dem Ergrauen der Haare und jenen Immunzellen, die In- fektionen melden. So ist der Mikrophthalmie-assoziierte Transkriptionsfaktor innerhalb der Melanozyten nicht nur für die Haarfärbung, sondern auch für die Aufrechterhal- tung der Interferonantwort der Stammzellen zuständig. Quelle: derstandard.at , 3. Mai 2018 Täglich bekommen PatientInnen von den Medien neue „Sensationen“ aus der Welt der Medizin aufgetischt: Frisch publiziert Serum concentrations of asymmetric and symmetric dim- ethylarginine are associated with mortality in acute heart failure patients. Von: Potočnjak, I; Radulović, B; Degoricija, V; Trbušić, M; Pregartner, G; Berghold, A; Meinitzer, A; Frank, S. Int J Cardiol. 2018; 261:109-113 [OPEN ACCESS] https://forschung.medunigraz.at/fodok/pub?id=29550017 Forscherinnen und Forscher der Grazer Medizinischen Universität publizieren regelmäßig in internationalen Journalen. Wir bringen jeden Monat aktuelle Beispiele. „In der Infarktdiagnostik stellt der Troponin-Bluttest (Tro- ponin T) den am häufigsten verwendeten Biomarker dar“, erklärt Assoz.-Prof. PD Dr. med. univ. Dr. scient. med. Pe- ter Rainer von der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Meduni Graz. Aber auch bei PatientInnen mit Erkran- kungen der Skelettmuskula- tur wie Muskeldystrophien, neurogenen oder inflammato- rischen Myopathien kann der Troponin-Wert pathologisch erhöht sein. „Diese Tatsache ist in der Medizin insofern problematisch, als es dadurch zu potentiellen Fehldiagnosen kommen kann“, so Rainer. Eine interdisziplinäre For- schungsgruppe an der Meduni Graz rund um Rainer und Dr. Johannes Schmid von der Kli- nischen Abteilung für allge- meine radiologische Diagnos- tik hat nun gemeinsam mit KollegInnen der Neurologie und der vorklinischen Fächer eine international beachtete Arbeit dazu im Journal of the American College of Cardio- logy publiziert. Kreuzreaktion möglich Dafür wurden 74 PatientInnen mit Erkrankungen der Ske- lettmuskulatur untersucht, 51 davon mit erhöhtem Troponin T-Wert. Das Troponin I, das ebenfalls der Herzinfarktdia- gnostik dient, war jedoch nur bei rund 4 % erhöht. „Um eine kardiale Beteiligung als Ur- sache für die erhöhten Werte auszuschließen, wurden die ProbandInnen aufwändig mit- tels bildgebender Verfahren, Labor und EKG untersucht“, erzählt Radiologe Schmid. Mögliche Ursachen für die chronische Erhöhung des Troponin T könnten sehr schwach ausgeprägte kardi- ale Beteiligungen durch die Skelettmuskelerkrankung, Kreuzreaktionen des Blut tests mit skelettalen Isoformen oder die Expression kardi- aler Isoformen im erkrankten Skelettmuskel sein. „Mittels Massenspektroskopie konnten wir skelettales Troponin T als wahrscheinliche Ursache nachweisen“, erklärt Assoz.- Prof. PD DI Dr. Ruth Birner- Grünberger, Diagnostik- & Forschungs-Institut für Patho- logie der Meduni Graz. „Am wahrscheinlichsten ist nach momentanem Kenntnisstand eine Kreuzreaktion, so dass im Rahmen der Labormessung die skelettmuskulären Anteile des Troponin T als kardiale Anteile gemessen wurden“, so Rainer. Sind also bei Personen mit Verdacht auf einen Myokard- infarkt Skelettmuskelerkran- kungen bekannt, ist es rat- sam, besonderes Augenmerk auf Diagnosekriterien wie den zeitlichen Verlauf des Tropo- nin-Wertes, Beobachtung der Symptome, EKG und bildge- bende Verfahren zu legen. Weitere Informationen: Assoz.-Prof. PD Dr. med. univ. Dr. scient. med. Peter Rainer Klin. Abt. f. Kardiologie, Uni- versitätsklinik für Innere Me- dizin, MUG, Tel.: +43 316 385 80158, peter.rainer@meduni- graz.at https://www.ncbi.nlm . nih.gov/pubmed/ 29622161?dopt=Abstract ForscherInnen der Meduni Graz zeigten, dass bei PatientInnen mit Skelettmuskelerkrankungen erhöhte Troponin T-Werte nicht zwingend auf einen Myokardinfarkt hinweisen und publizierten dazu im Journal of the American College of Cardiology. Herzinfarktmarker bei Skelettmuskelerkrankungen Assoz.-Prof. PD Dr. med. univ. Dr. scient. med. Peter Rainer
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