Zur Ärztekammer Steiermark Startseite

Veranstaltungen des Fortbildungsreferates
finden Sie hier

zum Kalender...
Werbebanner

Berufshaftpflichtversicherung


Die Ärzteberufshaftpflichtversicherung dient zur Abdeckung von Ansprüchen gegen Sie, wenn aufgrund Ihrer beruflichen Tätigkeit gerechtfertigte Ansprüche an Sie gestellt werden. Die Haftpflichtversicherung umfasst aber auch die Abwehr von unbegründeten Schadenersatzansprüchen.

Freiberufliche ärztliche Tätigkeit
Für freiberuflich tätige Ärzte besteht die gesetzliche Verpflichtung zum Abschluss einer Ärztehaftpflichtversicherung (§ 52d Ärztegesetz). Eine freiberufliche ärztliche Tätigkeit kann erst mit Erbringung des Nachweises über eine gesetzeskonforme Berufshaftpflichtversicherung in die Ärzteliste eingetragen und aufgenommen werden.
Den Nachweis hat Ihre Versicherung durch Übermittlung eines ausgefüllten Formulars zu erbringen:
Formular zum Nachweis der Berufshaftpflichtversicherung

Angestellte Ärztinnen und Ärzte
Wir raten jedoch auch rein angestellten Ärztinnen und Ärzten, die dem Dienstnehmerhaftpflichtgesetz und somit einer Regressmöglichkeit des Arbeitgebers gegenüber ihrem Dienstnehmer unterliegen, für einen ausreichenden Versicherungsschutz zu sorgen.

 

Rahmenvereinbarung Wiener Städtische AG

Die Ärztekammer Steiermark hat auf Grund der eingeführten Versicherungspflicht eine Rahmenvereinbarung mit der Wiener Städtischen Versicherung AG abgeschlossen, damit alle interessierte Ärzte und Ärztinnen einen einfachen Zugang zu einer gesetzeskonformen und günstigen Haftpflichtversicherung haben.
Die näheren Bedingungen auf Grund dieser Rahmenvereinbarung finden Sie unter www.aon-jh.at.
Für den Abschluss eines Versicherungsvertrages auf Basis dieser Rahmenvereinbarung, für die Prüfung und den Vergleich Ihrer derzeitigen Deckung bzw. für die Klärung der Möglichkeit eines Umstieges oder einer Zusatzdeckung über diese Rahmenvereinbarung steht Ihnen gerne das Maklerbüro Aon Jauch & Hübener GmbH, Herr Mag. Rudolf Natmeßnig, Tel.: 05 78 00 - 418, Fax: 05 78 00 - 5040, email: rudolf.natmessnig@aon-austria.at

.

Weitere Informationen und das Antragsformular finden Sie unter: www.aon-jh.at.

 

Welche Rahmenbedingungen gelten ab August 2011?

Die Mindestversicherungssumme für freiberuflich Tätige muss EUR 2 Mio. pro Versicherungsfall betragen und die Jahreshöchstsumme EUR 6.Mio. Bei Gruppenpraxen in Form einer GmbH gelten ebenso die EUR 2 Mio. pro Versicherungsfall, allerdings beträgt die Jahreshöchstsumme EUR 10 Mio. Auch hinsichtlich der zeitlichen Begrenzung der Nachhaftung des Versicherers gibt es zukünftig eine klare Regelung zu Gunsten der Ärzteschaft. Per Gesetz ist ein Ausschluss oder eine zeitliche Begrenzung der Nachhaftung durch den Versicherer unzulässig. Dieser Schutz gilt selbst auch für Erben von Ärzten wenn ein Patientenschaden nach dem Tod eines Arztes eingetreten ist. Die Versicherung ist während der gesamten Dauer der ärztlichen Berufsausübung aufrecht zu erhalten und im Zuge der Eintragung in die Ärzteliste nachzuweisen.

Rahmenvereinbarung der ÖÄK mit dem Verband der Versicherungsunternehmen

 

Haftungsrisiko

Der Arzt haftet, wenn ihn persönlich ein Verschulden am Zustandekommen eines Schadens trifft. Zu unterscheiden sind Personen- und Sachschäden und davon abgeleitete Vermögensschäden sowie reine Vermögensschäden, die von einem Personen- oder Sachschaden unabhängig sind. Diese Verschuldenshaftung ist versichert. Bei der Prämiengestaltung wird unterschieden, ob es sich um einen Turnusarzt in Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin, in Ausbildung zum Facharzt oder um einen selbstständig berufsbefugten Arzt handelt. Weiters ist von Bedeutung, ob es sich um einen Konsiliararzt handelt, ob der konkrete Arzt Anordnungsbefugnis an andere Ärzte im Krankenhaus hat bzw. ob er eine Leitungsfunktion inne hat.
Werden noch weitere Tätigkeiten, wie ärztliche Nebentätigkeiten z. B. als Notarzt, Tätigkeiten als Sachverständiger oder medizinische Beratungstätigkeiten ausgeübt, ist dies zur Erlangung einer umfassenden Deckung ebenfalls von Bedeutung.
 

Prämie / Risikoklassen

Versicherungstechnisch sind Ärzte in drei Risikoklassen einzuteilen:
Ärzte für Allgemeinmedizin mit dem niedrigsten Risiko und der billigsten Prämienstufe;
in einer zweiten Gruppe finden sich die Vertreter sämtlicher Fachrichtungen, wie Dermatologen, Augenärzte oder Internisten;
Chirurgen, Gynäkologen, Radiologen und Anästhesisten zählen zu den absoluten Risikogruppen, die ein Mehrfaches an Prämie eines Allgemeinmediziners zu bezahlen haben.
 

Versicherungssumme

Für eine ausreichende Deckung von Personen- und Sachschäden bzw. davon abgeleiteten Vermögensschäden muss die Versicherungssumme ab August 2011 für Freiberufler zumindest EUR 2 Mio. betragen. Je nach Risikoklasse ist auch eine höhere Versicherungssumme anzuraten.
 

Reine Vermögensschäden

Während Personenschäden, Sachschäden und abgeleitete Vermögensschäden mit den Höchstsätzen der Polizze versehen sind, werden bei reinen Vermögensschäden von den Assekuranzen nahezu immer deutliche Leistungsabstriche gemacht und bewegen sich die Versicherungssummen je nach Versicherer zwischen EUR 7.000,-- und EUR 15.000,--.
In welchen ärztlichen Fachbereichen mit reinen Vermögensschäden jedenfalls kalkuliert werden muss, ist recht schwer zu sagen. Besonders gefährdet für die Auslösung solcher reinen Vermögensschäden, die also keinen Ausgang in einem zugrundeliegenden Personen- oder Sachschaden haben, sind aber jedenfalls die Gynäkologen, Urologen, Anästhesisten und Radiologen.
Ab August 2011 müssen Freiberufler reine Vermögensschäden ebenso wie Personen- und Sachschäden mit mindestens EUR 2 Mio. pro Versicherungsfall versichern.

Die Rahmenvereinbarung mit der Wiener Städtischen Versicherung umfasst auch reine Vermögensschäden mit der gleichen Versicherungssumme wie für Personen- oder Sachschäden.
 

Örtlicher Geltungsbereich

Die Arzthaftpflichtversicherung gilt prinzipiell für in Österreich eingetretene Versicherungsfälle. Die neueren Haftpflichtversicherungsbedingungen erweitern diesen Schutz bereits auf Europa und die Mittelmeer-Anliegerstaaten.
Hier sollten also bei Bedarf entsprechende geographische Erweiterungen in Erwägung gezogen werden. Zumindest für Erste-Hilfe-Leistungen sollte eine weltweite Deckung überlegt werden. Wichtig im Zusammenhang mit dem Geltungsbereich ist noch immer, dass einige Versicherungen nicht nach der Verstoß- sondern nach der Ereignistheorie Versicherungsschutz gewähren. D. h. dass in bestimmten Fällen, wenn z. B. die Behandlung in Österreich erfolgt ist, jedoch der Schadensfall erst im Ausland eintritt und dieses Land vom örtlichen Geltungsbereich nicht umfasst ist, der Versicherer leistungsfrei ist.
 

Jahreshöchstleistung

Zu vereinbaren ist auch, wie oft die vereinbarte Versicherungssumme jährlich in Anspruch genommen werden kann. Gesetzlich vorgesehen ist für Freiberufler ab August 2011 eine jährliche Haftungshöchstgrenze von EUR 6 Mio. Bei Gruppenpraxis in der Rechtsform einer GmbH in Höhe von EUR 10 Mio.
 

Zeitliche Geltung der Haftpflichtversicherung

Der Ausschluss oder eine zeitliche Begrenzung der Nachhaftung des Versicherers ist ab August 2011 für freiberufliche ärztliche Tätigkeiten gesetzlich ausgeschlossen.
 

Laufzeit des Versicherungsvertrages

Es können unterschiedlich lange Versicherungszeiten, mit oder ohne automatischer Verlängerung bei Vertragsablauf, vereinbart werden. Bei entsprechend langen Laufzeiten – meist ab fünf Jahren – werden vielfach Dauerrabatte gewährt. Bei Kündigung des Versicherungsvertrages durch den Versicherungsnehmer wird zumeist eine Rückforderbarkeit des Dauerrabattes vereinbart.
 

Ausschluss der Haftung

Versicherungsschutz besteht jedenfalls dann nicht, wenn der Versicherungsfall vorsätzlich herbeigeführt wurde. Darüber hinaus kann der Versicherer auch leistungsfrei werden, wenn eine einseitige Haftungsanerkennung seitens des Arztes erfolgt oder eine fristgerechte Meldung von eingetretenen Schadensfällen unterbleibt.
 

Wie verhält man sich im Schadensfall?

Der Ernstfall tritt ein, sobald ein Schreiben eines Rechtsanwaltes, einer Schlichtungsstelle oder gar eine Klage dem Arzt übermittelt wird. Als ersten Schritt muss der Arzt jedenfalls seinen Versicherer informieren und die Modalitäten der Schadensmeldung abklären. Versicherungen entziehen sich sehr bald ihrer Verpflichtungen, wenn keine ordnungsgemäße Schadensmeldung vorliegt.
Weiters ist zu empfehlen: Möglichst sachlich bleiben, die vorhandene Dokumentation auf Vollständigkeit und zeitliche Richtigkeit prüfen, keine Originale aus der Hand geben und sich ein fachmedizinisch komplettes und aktuelles Bild verschaffen, vor allem z. B. über geltende Standards.
Im Verhalten gegenüber Klägern sollte der Arzt in jedem Fall eine gewisse Vorsicht walten lassen. Die Haftpflichtversicherung kann sofort eine Obliegenheitsverletzung des Versicherten orten, wenn er unnötig sein Verschulden eingesteht.
 

Kontakt

Informations- und Mitgliederservice:
Petra Stickler, (0316) 8044 - 797, Email: info@aekstmk.or.at

Für Niedergelassene Ärztinnen/Ärzte:
Birgit Pöttler, (0316) 8044 - 69, Email: ngl.aerzte@aekstmk.or.at
Karin Ferk, (0316) 8044 – 11, Email: ngl.aerzte@aekstmk.or.at

Für Angestellte Ärztinnen/Ärzte:
Mag. Claudia Grinschgl; (0316) 8044 – 21, Email: angestellte.aerzte@aekstmk.or.at

 




zur Übersicht
Folgen Sie uns: Folgen Sie uns auf YoutubeFolgen Sie uns auf Twitter

Die Ärztekammer Steiermark . Alle Rechte vorbehalten

IMPRESSUM | PRESSE