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Masern-Epidemie: ÄK-Präsident Routil appelliert an Eltern, Impfschutz ihrer Kinder zu prüfen

Mit der Euro 2008 droht zusätzliches Infektionsrisiko in Österreich

3. April 2008

Der Ausbruch einer Masern-Epidemie in Salzburg, wo bereits weit über 100 Kinder und Jugendliche erkrankt und teils in Spitalsbehandlung sind, sollte auch steirischen Eltern zu denken geben. „Dieser massive Ausbruch der Krankheit ist die Folge eines unzureichenden Impfschutzes“, warnt der steirische Ärztekammerpräsident Wolfgang Routil. Von Masern-Epidemien seien in erster Linie Schulkinder betroffen: „Die Eltern von Kleinkindern bemühen sich sehr um die Gesundheit ihrer Kinder, in diesem Alter gibt es auch einen intensiven Kontakt zu Haus -und Kinderärzten.“ Bei Kindern im Vorschulalter liegt die Impfrate weit über 80 Prozent, damit ist ein weitgehender Schutz vor einer Epidemie gewährleistet. Mit dem Eintritt in die Schule und gleichzeitig dem Auslaufen der ärztlichen Betreuung über die Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen sinkt auch das Interesse am Impfen: „Die Beteiligung an Schulimpfaktionen ist nicht so groß wie erwünscht“, sagt Routil.
Wenn Eltern Zweifel daran haben, ob ihre Kinder einen ausreichenden Schutz gegen Masern haben, sollten sie in jedem Fall Kontakt zum Haus- oder Kinderarzt aufnehmen, empfiehlt der steirische Ärztekammerpräsident. Nicht gegeben ist der Schutz, wenn ein Kind nicht zwei Masern-Mumps-Röteln-(MMR-)Teilimpfungen bekommen hat.

Keine harmlose „Kinderkrankheit“
Masern seien keine harmlose Kinderkrankheit, sondern eine hochgradig ansteckende Infektionskrankheit, die durch ein Virus übertragen wird, warnt Routil: Typisch sind hohes Fieber, starker Husten, Schnupfen, Bindehautentzündung und Hautausschlag. Bei einem von 10 erkrankten Kindern kommt es zu Mittelohr- oder Lungenentzündung, bei einem von 1000 Kindern zu Gehirnentzündung mit der Gefahr von bleibenden Schäden. Die Gehirnhautentzündung kann nicht ursächlich behandelt werden, nur die Folgen können gemildert werden. Das Gleiche gilt für die schwerste, erst 5 bis 10 Jahre nach der Ersterkrankung auftretende, und immer nach wenigen Jahren zum Tode führende subakute sklerosierende Pan-Enzephalitis, die SSPE.

„EURO-Gefahr“
Wenn anlässlich der Fußball-Europameisterschaft sehr viele ausländische Gäste nach Österreich kommen, droht nach Ansicht von Impfexperten zusätzliche Gefahr. „Mit den Fußball-Fans werden auch Viren mitreisen – da sollte man besonders auf den Impfschutz achten“, warnt Routil.
Eltern, die Zweifel daran haben, ob sie ihre Kinder durch Impfungen schützen sollen, empfiehlt der steirische Ärztekammerpräsident in jedem Fall ein offenes Gespräch mit dem Haus- oder Kinderarzt. „Keinesfalls kann man sich auf teils dubiose Websites und selbst ernannte Gurus verlassen, wo es unmöglich ist, Quellen und Qualität der Informationen zu überprüfen“, sagt Routil. Ärztinnen und Ärzte seien dagegen aufgrund ihre Ausbildung und ihrer medizinischen Verantwortung befähigt und verpflichtet, umfassend und korrekt zu informieren.

Web-Tipp: http://www.impfwissen.at
Steirische Website zum Thema Impfen mit medizinischen und organisatorischen Informationen.





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