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Ärztekammer fordert: Patienten sollen Medikamente auch bei Ärzten bekommen

Deutliche Verbesserung für Patienten

29. Juni 2006

Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sollen in ihren Praxen auch Medikamente an die Patientinnen und Patienten abgeben können. Das forderten am Donnerstag der Präsident der Ärztekammer Steiermark, Dietmar Bayer, und der Sprecher der Niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Martin Millauer. Die Ärztekammer argumentiert mit Vorteilen für die Patientinnen.
„Wenn, wie es die Gesundheitsministerin formuliert, der Patient nicht mehr laufen soll, sollte man ihm auch nicht zumuten, in die Apotheke laufen zu müssen, um zu seinem Medikament zu kommen“, sagte Millauer. Wenn der Arzt, der bisher nur ein Rezept verschrieben hat, das Medikament gleich mitgeben kann, sei es auch wesentlich einfacher ein Beratungsgespräch zu führen und zu klären, ob für den Patienten noch offene Fragen bestehen: „Im bisherigen System kann der verschreibende Arzt nur sehr schwer prüfen, ob Patienten Medikamente tatsächlich aus der Apotheke holen und ordnungsgemäß verwenden“, sagte der Ärztesprecher.
Eine große Erleichterung wäre die Abgabe durch die Ärztin oder den Arzt für bettlägrige Patientinnen und Patienten: „Für diese Gruppe ist es jetzt sehr schwierig, zu den notwendigen Arzneimitteln zu kommen – in Hinkunft könnte das einfach beim ärztlichen Hausbesuch passieren“, so Millauer.
Das bisherige Argument der Apotheker, dass sie Rezepte überprüfen, sei durch den neuen Apotheken-Gesamtvertrag hinfällig geworden. Darin ist festgelegt, dass die Apotheken die Kassenrezepte nicht mehr überprüfen müssen. Damit tragen die Ärztinnen und Ärzte die volle Verantwortung, es sei „der Weg des Patienten in die Apotheke damit völlig überflüssig geworden“, begründet Millauer den Vorstoß.
Millauer verwies auch auf Umfragen, wonach 86 Prozent der Patienten Diagnose und Medikament aus der Hand des Arztes haben wollen.

Versorgungsnetzwerk wird deutlich dichter
Mit der Medikamentenabgabe in Arztpraxen würde auch das Versorgungsnetzwerk für die Patientinnen und Patienten mit einem Schlag deutlich dichter werden: Schließlich gebe es 15-mal so viele Arztpraxen wie öffentliche Apotheken in Österreich. „Jeder, dem die Patientinnen und Patienten am Herzen liegen, kann eine solche Veränderung nur begrüßen“, sagte Präsident Bayer. Er erwarte sich daher auch eine breite Unterstützung durch die Gesundheitspolitik.

Ärztekammer fordert auch Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf 10 Prozent
Gleichzeitig fordert Ärztekammerpräsident Bayer eine generelle Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Medikamente auf 10 Prozent. „Es ist nicht einzusehen, dass ein Pornoheft mit 10 Prozent und ein lebensnotwendiges Medikament mit 20 Prozent Mehrwertsteuer belastet ist – diese Schieflage gehört dringend behoben.“ Dadurch würde es zu deutlichen Entlastungen für die Budgets der Krankenkassen kommen, die wieder Investitionen in moderne medizinische Leistungen erlauben.



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