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Kassen- und Gesundheitsbürokratie verursacht Millionenkosten in den steirischen Arztpraxen

Ärztekammer warnt: Mehr Bürokratie bedeutet weniger Zeit für Patienten

9. Mai 2006

Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte der Steiermark stöhnen unter der teuren und zeitaufwendigen Kassen- und Gesundheitsbürokratie. „Eine Entwicklung wie in den Spitälern, wo Ärztinnen und Ärzte die Hälfte ihrer Arbeitszeit und manchmal noch viel mehr für die Verwaltung aufwenden müssen, sehen wir nun auch in den Arztpraxen“, sagte der steirische Ärztekammerppräsident Dietmar Bayer am Dienstag bei einem Pressegespräch.
Die „Zwangsinvestitionen“ in EDV und Praxisverwaltung sowie die laufenden Personalkosten für die Verwaltung „machen in der Steiermark einen zweistelligen Millionenbetrag aus“, rechnete Martin Millauer, geschäftsführender Obmannstellvertreter der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte vor. „Wir bezahlen die Verwaltungsvereinfachung in der Kasse, indem die Kosten zu den Ärzten verlagert werden und weniger Zeit für die Patienten zur Verfügung steht, gleich doppelt“, so Millauer.
Besonders provoziert fühlten sich die Ärzte dadurch, dass dieser Mehrbelastung ein Sparkurs der Krankenkassen gegenüber stünde: „Seit 2000 liegen die Honorarabschlüsse regelmäßig unter der Inflationsrate – notwendige Investitionen im medizinischen Bereich sind nicht mehr möglich.“
Die negative Entwicklung lasse sich auch daraus ablesen, dass der Anteil für den Bereich der kassenärztlichen Leistungen im GKK-Budget seit 1996 um rund zehn Prozent gesunken ist.
Eines der aktuellen Hauptprobleme ist die neue Chefarztpflicht, für den Kassenärztlichen Referenten der Ärztekammer, Harald Tschojer, „ein Etikettenschwindel“: Vielfach kämen Patienten dadurch schwerer oder gar nicht zu ihren Medikamenten, durch die abweichende Handhabung in den diversen Versicherungen würde zusätzlich Unsicherheit geschaffen.
Reinhild Höfler, Allgemeinärztin in Graz, brachte die Probleme auf den Punkt: „Derzeit veranstaltet die Kasse Schulungen für die Ärztinnen und Ärzte – wir wollen aber nicht schneller Erbsen zählen, sondern wir wollen gar keine Erbsen zählen, sondern unsere Patienten gut behandeln.“
Klare Forderungen der Ärzte:
Die Krankenkassen müssen ihre Verantwortung wahrnehmen und die für die Patientenversor-gung notwendigen Geldmittel beschaffen. Die Verluste durch Abschlüsse unter der Inflationsrate in mehreren Jahren sind auszugleichen.
Verwaltungsaufwand der in die Arztpraxen verlagert wird, muss der Verursacher bzw. Nutznießer bezahlen, die ärztliche Arbeitszeit dürfe keinesfalls zusätzlich durch Verwaltungsaufgaben blockiert werden.
Im Sinne einer Aufrechterhaltung der qualitätsvollen Patientenversorgungen darf die Nachbeset-zung von Kassenarztstellen nicht verzögert werden. Die Nachfolge von Ärzten, die in Pension gehen, ist zu regeln, um keine Lücken entstehen zu lassen. Gruppenpraxen und andere Koope-rationsformen müssen möglich gemacht werden.
„Kassenbürokratie und immense Kosten lähmen die Ärztinnen und Ärzte – es muss gegengesteuert werden“, sagten Bayer und Millauer.


Nähere Informationen:
Pressekoordination Martin Novak,
Telefon (0316) 8044-45 oder
0664 40 48 123
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