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Ärztekammer: Qualität als Argument für Leistungskürzungen nur vorgeschoben

Konstante Qualität an steirischen LKHs unabhängig von der Größe

16. Juni 2004
„Die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft und deren Berater sollen mit offenen Karten spielen – wenn sie Abteilungen herunter fahren wollen, hat das nichts mit Qualität zu tun, sondern ausschließlich mit dem fragwürdigen Versuch der Kostenkürzung.“ So der steirische Ärztekammerpräsident Dietmar Bayer bei einem Pressegespräch am Mittwoch.
Bayer belegt seine Vorwürfe mit harten Zahlen. Bezogen auf die Jahre 2002 und 2003 seien in den Spitälern außerhalb von Graz etwas mehr als 0,4 Beschwerden wegen vermuteter Behandlungsfehler pro 1000 Patientenaufnahmen an die ge-meinsame Schlichtungsstelle herangetragen worden. „Die Zahlen der einzelnen Spitäler sind dabei völlig unabhängig von den Patientenzahlen – die geringen Un-terschiede haben vermutlich eher mit angebotsspezifischen Risiko zu tun“, erklär-te der steirische Ärztekammerpräsident.
„Die Behauptung des Wirtschaftberaters Christian Köck, dass kleinere Häuser mit weniger Patienten schlechtere Behandlungsqualität liefern, ist ein vorgeschobe-nes nicht belegtes Argument, in Wirklichkeit geht es nur ums Geld“.

Durch Rotation Qualität optimieren
Man habe konstruktive Vorschläge gemacht, die Qualität zu optimieren“, etwa durch die Rotation von Ärzten – dieser Vorschlag ist aus den Krankenhäusern selbst gekommen, meinte der Obmann der Angestellten Ärzte, Herwig Lindner: „Dass dieser Vorschlag seitens des Unternehmens und seiner Ökonomen nicht auf-gegriffen wurde, zeigt, dass das Ziel nicht höhere Qualität sondern geringere Leis-tung ist. Auch die Behauptung, dass sich die Erreichbarkeit nur geringfügig ver-schlechtere, sei irreführend: „Das gilt für den Steiermark-Durchschnitt aber nicht für die betroffenen Regionen – dort kommt mehr als die Hälfte der Bevölkerung über die international festgelegte Grenze der 30-Minuten-Erreichbarkeit“.

Willkür: „Fallbeil kann jedes Krankenhaus treffen“
Als „völlig willkürlich“ bezeichnete der ärztliche Vertreter im KAGes-Zentralbetriebsrat, Peter Schmidt, die Berechnungsgrenzen für die Spitäler. „Diese Zahlen sind beliebig zu verändern – das Fallbeil kann jede Abteilung und jedes Krankenhaus treffen. Wenn Köck behaupte, dass die Qualität nicht stimme, „ist das seine persönliche Meinung“. Die steirischen Spitalsärzte seien gerne bereit, an ei-nem fundierten Evaluationsprojekt mitzuarbeiten. Die Kompetenz des Ökonomen Köck, fachspezifisch, die Qualität von Abteilungen zu prüfen und zu bewerten, könne er aber nicht erkennen.
Es sei auch „ein Zeichen für die Selbstherrlichkeit von Köck“, dass dieser öffentlich den Stab über einzelnen Krankenhäusern und Abteilungen bricht, ohne ernsthaft den Dialog zu suchen.“

10-Punkte-Programm des Zentralbetriebsrats
Einen 10-Punkte-Katalog des KAGes-Zentralbetriebsrats präsentierte dessen Vorsit-zender, Anton Fischer-Felgitsch. Er enthält als zentrale Forderungen die Aufrecht-erhaltung der Akut- und Erstversorgung an allen LKH-Standorten, die Einbeziehung der örtlichen Betriebsräte und des Zentralbetriebsrats bei Standortfragen sowie nachvollziehbare und gemeinsam getragene Qualitätskriterien. „Für unser Ver-handlungsteam ist das die Basis für die Verhandlungen mit dem Vorstand“, bekräf-tigte Fischer-Felgitsch.

Nähere Informationen:
Pressekoordination Martin Novak,
Telefon (0316) 8044-45 oder
0664 40 48 123
8011 Graz, Kaiserfeldgasse 29, Tel. 0316/8044-0,
Fax 0316/81 56 71, Postfach 162
E-mail: presse@aekstmk.or.at
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