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Steiermark vorletztes Bundesland ohne fixen ärztlichen Nachtbereitschaftsdienst unter der Woche

Ärztekammer fordert Stärkung der wohnortnahen Versorgung und Entlastung der Spitalsambulanzen

22. Juli 2004

Neben Tirol ist die Steiermark das letzte Bundesland ohne fixen ärztlichen Nachtbereitschaftsdienst unter der Woche. „Die Einführung eines solchen Bereitschaftsdienstes würde eine deutliche Hebung der Versorgungsqualität bringen“, sagte der steirische Ärztekammerpräsident Dietmar Bayer am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Graz. In rund 90 Sprengeln soll jeweils ein niedergelassener Arzt in seiner eigenen Praxis während der gesamten Nacht für Notfälle zur Verfügung stehen. Primär sollen Kassenvertragsärzte diese Dienste machen, die Ärztekammer denkt aber auch an die Einbindung von Wahlärzten.

Gestützt wird die Forderung der Ärztekammer durch eine vom Land Steiermark in Auftrag gegebene OGM-Umfrage: Während drei Viertel der Bevölkerung mit der Versorgung am Wochenende, wo es einen fixen, bezahlten Bereitschaftsdienst gibt, zufrieden sind, will fast die Hälfte der Steirer einen Ausbau der nächtlichen Versorgung unter der Woche. Auch die Ärzte sprechen sich mit großer Mehrheit für eine Verbesserung aus. „Der Ausbau der wohnortnahen medizinischen Versorgung ist ein Muss“, meinte der Obmann der niedergelassenen Ärzte, Jörg Pruckner.

Der neue Bereitschaftsdienst soll auch eine Entlastung der Spitalsambulanzen bringen: „Viele Patienten, die in die Spitalsambulanzen kommen, gehören dort eigentlich nicht hin – wir wollen die Notaufnahmen freibekommen“, so Bayer.

Sowohl in den Ambulanzen als auch bei niedergelassenen Ärzten ist der Bedarf in letzter Zeit deutlich gestiegen. Die Ärzte führen diese Entwicklung vor allem auf das steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung zurück, gerade im ländlichen Raum sind in den letzten Jahren viele Seniorenheime entstanden. Die „Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft“ ist auch Voraussetzung für ärztliche Hauskrankenpflege- und -behandlung, die ebenfalls zur Entlastung der Spitäler beiträgt.
Laut Kammeramtsdirektor Herbert Emberger dürften die Kosten einer solchen flächendeckenden nächtlichen Versorgung bei rund 2 Millionen Euro pro Jahr liegen. Die Ärztekammer bietet an, die Administration des Bereitschaftsdienstsystems zu übernehmen. Dabei kann sie auf die Erfahrungen in Graz zurückgreifen, wo sie seit vielen Jahren den von Land, Stadt Graz, Gebietskrankenkasse und Ärztekammer gemeinsam getragenen funkärztlichen Bereitschaftsdienstes organisiert. Als Kostenträger des Steiermarkweiten Bereitschaftsdienstes kommen primär das Land aber auch die Gebietskrankenkasse in Frage – ähnlich wie in den anderen sieben Bundesländern, die bereits ein solches System haben. Gespräche darüber zwischen Land und Ärztekammer hat es auch in der Steiermark bereits gegeben. Der steirische Ärztekammerpräsident Bayer lobte ausdrücklich das „gute Gesprächsklima mit dem Land“.

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