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Schwerpunkt Arbeitsmedizin bei den Grazer Fortbildungstagen: Breite ärztliche Verantwortung

Pressegespräch, 12. Oktober 2005

12. Oktober 2005

Ihre Gesprächspartner:

Dr. Norbert Meindl, Vizepräsident der Ärztekammer Steiermark
Dr. Eiko Meister, Fortbildungsreferent
Dr. Wilfried Kaiba, Facharzt für Innere Medizin und Arbeitsmediziner

16. Grazer Fortbildungstage: Die größte ärztliche Fortbildungsveranstaltung
Die Grazer Fortbildungstage sind mit mehr als 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die größte, regelmäßig stattfindende Fortbildungsveranstaltung Österreichs für Ärztinnen und Ärzte. Rund 90 Seminare und Vorträge finden im Rahmen der diesjährigen, 16. Grazer Fortbildungstage statt.
„Das hohe Interesse der Ärztinnen und Ärzte an den Fortbildungstagen, zeigt auch die im Vergleich zu anderen Berufsgruppen hohe Fortbildungsbereitschaft der Ärztinnen und Ärzte“, sagte Vizepräsident Norbert Meindl bei einem Pressegespräch am Mittwoch.
Fortbildungsreferent Eiko Meister verwies auf die hohen Qualitätsstandards für die ärztliche Fortbildung: Um für die ärztlichen Fortbildungsdiplome anerkannt zu werden müssen alle Fortbildungsveranstaltung von der Ärztekammer oder einer Fachgesellschaft approbiert werden.

Arbeitsmedizin – ein Schwerpunkt bei den Fortbildungstagen 2005
Die Grazer Fortbildungstage – auch das ist Tradition – bieten nicht nur Inhalte aus der High-Tech-Medizin sondern bemühen sich aus ärztlicher Sicht und auf streng wissenschaftlicher Basis Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen zu geben.
Ein Schwerpunkt der diesjährigen Grazer Fortbildungstage ist folgerichtig Arbeitsmedizin, ein Thema mit breiten gesellschaftlichen Auswirkungen. „Die zentrale Aufgabe der Arbeitsmedizin ist es, krank machenden Einflussfaktoren der Arbeit zu erkennen, mögliche Schäden zu analysieren und Präventionsmaßnahmen zu empfehlen“, erläuterte Meindl.
Zu den klassischen Einflüssen gehören Chemie, Hitze, Kälte, Lärm und viele andere. In der Arbeitsmedizin ist ein Wandel erkennbar: Standen früher vor allem organische Auswirkungen im Mittelpunkt, gewinnen psychische Symptome wie Gereiztheit, Schlaflosigkeit oder Depression an Bedeutung. Die Arbeitsmedizin weiß, dass neben den „harten Einflüssen“ auch Aspekte wie Arbeitsgestaltung und Mitarbeiterführung gesundheitliche Auswirkungen haben
Ein signifikantes Beispiel dafür ist die Nacht und Schichtarbeit. In Österreich sind rund 550.000 Menschen davon betroffen – mit steigender Tendenz.
Laut einer europäischen Untersuchung mit 16.000 Beschäftigten in der Europäischen Union leiden 14 Prozent der Nach- und Schichtarbeiter an Schlafstörungen, bei den Tagarbeitern sind es nur fünf Prozent.
Ebenso beklagen Nacht- und Schichtarbeiter doppelt so häufig Magenprobleme wie Menschen, die regulär am Tag arbeiten. Verbreitet sind auch Herzprobleme, eine stärkere psychische und nervliche Belastung.
„Schicht- und Nachtarbeitarbeit kann krank machen“, dies sei aus einer Vielzahl von Studien eindeutig herauszulesen, sagte Meindl. Da aber diese Form der Arbeit unvermeidlich sei, „schließlich müssen Krankenhäuser, die Exekutive, Verkehrsunternehmen, aber auch viele Produktionsbetriebe rund um die Uhr funktionieren“, sei eine Verbesserung der flankierenden Maßnahmen – auch im Interesse der Unternehmen – dringend notwendig.

Besserer Gesundheitsschutz für Nacht- und Schichtarbeiter
Die wichtigste Maßnahme – so die Sprecher der Ärztekammer – seien eine effizientere medizinische Überwachung und Gesundheitsvorsorge Regelmäßige ärztliche Untersuchungen dieser Arbeitnehmergruppe seien nicht nur als Anspruch sondern als Verpflichtung festzulegen. Nur so könnten arbeitsbedingte Krankheiten rechtzeitig erkannt und verhindert werden.
Zusätzlich sei eine umfassende lebensstilmedizinische Beratung sinnvoll, um andere negative Einflüsse, die sehr oft mit Schichtarbeit verbunden sind (wie etwa Rauchen oder überhöhter Koffeinkonsum) vermeiden zu helfen.

Weitere Themen: Sport, Raucherentwöhnung, Telemedizin
Auch ein Freizeitthema ist bei den Fortbildungstagen ein Schwerpunkt: Die provokante Winston-Churchill-These „Sport ist Mord“ wird von Internisten, Orthopäden und Unfallchirurgen aus Sicht der jeweiligen Disziplin behandelt.
Raucherentwöhnung als effizienteste Maßnahme der Gesundheitsvorsorge ist ebenfalls Gegenstand einer Veranstaltung.
Im Rahmen einer Live-Präsentation wird – wie schon bei den letzten Fortbildungstagen – Telemedizin praktiziert. Konkret handelt es sich um eine radiologische „Second-Opinion“-Anforderung: Ein Röntgen-Bild wird dabei über das Internet live von Deutschlandsberg in den Grazer Congress übertragen, zwei Ärzte diskutieren über ein ebenfalls Internet-basiertes Videokonferenzsystem den Befund, dabei ist eine Fernsteuerung der Kamera über das Internet möglich.

„Wir sehen die Aufgabe der Grazer Fortbildungstage auch darin, gesellschaftliche, technische und wissenschaftliche Veränderungen aus medizinischer Sicht sehr frühzeitig und fundiert zu behandeln, und einem breiten Kreis von Ärztinnen und Ärzten und damit der Bevölkerung rasch zugänglich zu machen“, so Meindl. Der Fokus der Grazer Fortbildungstage liege damit auch auf dem Dialog aller Ärztegruppen und der Verbindung zwischen Basisversorgung und Spitzenmedizin.


Nähere Informationen:
Pressekoordination Martin Novak,
Telefon (0316) 8044-45 oder
0664 40 48 123
8011 Graz, Kaiserfeldgasse 29, Tel. 0316/8044-0,
Fax 0316/81 56 71, Postfach 162
E-mail: presse@aekstmk.or.at
Internet: www.aekstmk.or.at
DVR 0054313



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