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Das Bild der steirischen Spitalsärzte in der Öffentlichkeit

„Das Bild der Spitalsärztinnen und Spitalsärzte in der Öffentlichkeit:
Vieles bleibt ausgeblendet

20. Jänner 2005

„Wir wollen der Öffentlichkeit ein umfassendes Bild der Arbeit der Spitalsärztinnen und Spitalsärzte geben, vor allem um mehr Verständnis füreinander zu entwickeln“. So begründet der steirische Ärztekammerpräsident Dietmar Bayer eine Informationsinitiative der Ärztekammer, die bis März in der gesamten Steiermark stattfindet.

Das Motto „365x24“ – dazu gibt es auch die Webadresse www.365x24.at – bringt die Tatsache, dass 24 Stunden pro Tag und 365 Tage im Jahr die Versorgung in den Spitälern garantiert wird, auf eine einfache Formel.

Sechs Themen stehen inhaltlich im Mittelpunkt:
  • Die unmittelbare Patientenbeziehung
  • Die Arbeitsbelastung, die nicht immer Rücksicht auf die vorgegebene Arbeitszeit nimmt
  • Der hohe Fortbildungsaufwand, der oft auf eigene Kosten in der Freizeit stattfindet
  • Die diagnostische Arbeit im Hintergrund, die für die Patientinnen und Patienten weitgehend unsichtbar bleibt
  • Letztlich der Aufwand für Dokumentation und Verwaltung – ein Bereich, den Patienten praktisch nicht wahrnehmen, der aber viele Stunden der ärztlichen Arbeitszeit beansprucht.
„Drei von acht Stunden“, fast 40 Prozent der Arbeit gehen für Verwaltungsaufgaben auf“, sagt Bayer. Wenn man wolle, dass die Ärzte mehr Zeit für den unmittelbaren Kontakt zu den Patienten haben, wird man etwas tun müssen. Der Vorschlag der Ärztekammer: die Einführung eines medizinischen Dokumentars nach deutschem Vorbild. Bayer: „Unsere Ärztinnen und Ärzte scheuen nicht die Belastung, aber sie können die Zeit sinnvoller mit den Patientinnen und Patienten verbringen als mit Formularen, Kugelschreibern und Computertastaturen“.

Wie sehr das Problem der Administration die Ärztinnen und Ärzte in den Spitälern belastet, bestätigt auch eine Österreichweite Befragung laut der sich 42 Prozent der Spitalsärztinnen und Spitalsärzte durch Verwaltungsaufgaben und Administration „sehr stark belastet“ fühlen.


Transparenz auch beim Gehalt
Die Ärztinnen und Ärzte scheuen auch nicht, das Einkommen offen zu legen. Der Website www.365x24.at kann man entnehmen, dass das Brutto-Grundgehalt eines Turnusarztes zwischen 1.856 und 2.077 Euro liegt, dass ein Assistenzarzt, ebenfalls brutto, zwischen 2.154 und 2.495 Euro. Das Bruttogehalt eines Facharztes in einem Landeskrankenhaus beginnt bei 2.589 Euro brutto.

„Ärztegehälter sind immer wieder Gegenstand von Spekulationen und Gerüchten – dem wollen wir Fakten entgegenstellen, sagt Herwig Lindner, Obmann der Angestellten Ärztinnen und Ärzte.

Umfrage: Bevölkerung kennt hohe Arbeitsbelastung der Spitalsärzte –
lange Nachtdienste werden unterschätzt

Mittels einer OGM-Umfrage hat die Ärztekammer erhoben, wie die Bevölkerung die Arbeitsbelastung der Spitalsärztinnen und -ärzte einschätzt. „Gar nicht so unrealistisch“, befindet Lindner.

Laut dieser Anfang Jänner durchgeführten Studie schätzt die steirische Bevölkerung die durchschnittliche Arbeitszeit einer Spitalsärztin oder eines Spitalsarztes auf knapp 60 Stunden. Das entspricht auch der tatsächlichen Belastung. „Das Problem ist aber, dass diese hohe zeitliche Belastung bei Einkommensdiskussionen sehr oft unter den Tisch fällt“, sagt Lindner. Auch in der Pensionsharmonisierungsdebatte sei diese Problematik von der Politik weitgehend ignoriert worden: „Man kann nicht 45 Jahre 60 Stunden pro Woche arbeiten.“

Unterschätzt wird aber die Belastung durch die Nachtdienste: Auf durchschnittlich 18,5 Stunden wird die Zeit geschätzt, die eine Ärztin oder ein Arzt ununterbrochen arbeiten muss. „Tatsächlich sind es aber bei einem normalen Nachtdienst 32 Stunden und bei einem Wochenenddienst sogar 49 Stunden“, erklärt Lindner.

Initiative auch zur Motivation der Ärztinnen und Ärzte
„Wir haben diese Initiative nicht nur gestartet, um die Bevölkerung besser zu informieren, es geht auch um die Motivation der Spitalsärzte, die letztlich wieder die Qualität der Arbeit für die Patienten verbessert“, erklärt Bayer.

Öffentlich wahrgenommen würde die Arbeit der Ärztinnen und Ärzte nur dann, wenn es um Spitzenleistungen geht oder um Negativereignisse. „Aber auch der normale Arbeitsalltag ist bereits eine Spitzenleistung, regelmäßig 50 Stunden die Familie nicht zu sehen, ist eine außergewöhnliche Belastung, die nur bei sehr wenigen Berufen gegeben ist.


Ihre Gesprächspartner:
Dr. Dietmar Bayer, Präsident der Ärztekammer Steiermark
Dr. Herwig Lindner, Obmann der Angestellten Ärztinnen und Ärzte
Dr. Johannes Greimel, Stellvertretender Kammeramtsdirektor


Nähere Informationen:
Pressekoordination Martin Novak,
Telefon (0316) 8044-45 oder
0664 40 48 123
8011 Graz, Kaiserfeldgasse 29, Tel. 0316/8044-0,
Fax 0316/81 56 71, Postfach 162
E-mail: presse@aekstmk.or.at
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