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„Bettenreduktion in Spitälern ist kein Grund zur Begeisterung“ – Ärzte und Pflegepersonal an der Grenze ihrer Belastbarkeit

Ärztekammer verlangt merkliche Entlastung des Personals

26. Juli 2005

„Es gibt keinen Grund, über die Reduktion der Spitalsbetten in Österreich in Begeisterung auszubrechen – wir alle bezahlen einen hohen Preis dafür“, sagte der Obmann der angestellten Ärztinnen und Ärzte in der Steiermark, Herwig Lindner, zu den diesbezüglichen Jubelmeldungen aus dem Gesundheitsministerium.

Die durch Bettenreduktionen und die kürzere Aufenthaltsdauer von Patientinnen und Patienten in den Spitälern bedingte höhere Leistungsdichte, habe das Personal, Ärztinnen und Ärzte aber auch Schwestern und Pfleger, „an die Grenze ihrer Belastbarkeit gebracht“. Verschärft werde das Problem durch „schleppende Nachbesetzung“ von Planstellen und den steigenden Verwaltungsaufwand.

„Durch Bettenabbau wird die Situation weder für Ärztinnen und Ärzte noch für Patientinnen und Patienten besser – die Gesundheitsversorgung wird auch nicht billiger“, sagte Lindner. Erst die Folgewirkungen, etwa längere Wartezeiten auf Operationen, habe Auswirkungen auf die Kosten. „Die Auswirkung ist aber die Verknappung notwendiger medizinischer Leistungen, die von der Ärzteschaft aber auch Gesundheitspolitikern aller Parteien zu Recht abgelehnt wird“.

Österreich habe laut Weltgesundheitsorganisation eines der besten Gesundheitssysteme aller EU-Länder, „daher muss sich Europa Österreich zum Vorbild nehmen, nicht umgekehrt“, so der Spitalsärztesprecher.

Wenn Österreich seinen Status erhalten wolle, sei es notwendig, „die Weichen des Reformzuges umzustellen“ – nicht in Richtung Leistungsreduktion sondern „ganz klar mit dem Ziel, das Personal zu entlasten“. Dazu gehöre die von der Ärztekammer geforderte und von der KAGes zumindest als Pilotprojekt versprochene Einrichtung des „Medizinischen Dokumentars“ und die Garantie einer umfassenden Betreuung von Ärztinnen und Ärzten in Ausbildung: „Wenn Oberärztinnen und Oberärzte zwar die Verantwortung für die Ausbildung tragen sollen, ihnen aber systembedingt die Zeit dafür fehlt, ist die Ausbildungsqualität in Gefahr – das muss mit allen Mitteln verhindert werden“, verlangte Lindner.


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